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Nachschießen
01.12.2007
Weihnachtsschießen
in Ankum
Schießsport-Zentrum des Schützenvereins Ankum e.V.
Am Brunning, 49577 Ankum
HISTORIE
Aus der Historie des Ankumer Schützenwesens
Auch wenn der Schützenverein Ankum e.V. im Jahr 2004 sein „offizielles“
175-jährige Bestehen feiert, ist das Schützenwesen in Ankum weitaus älter.
Bereits gegen Mitte bis Ende des 16. Jahrhunderts wurde in unserer Region
das so genannte „Vogelschießen“ abgehalten, aus denen sich im Laufe der Zeit
die heutigen Schützenfeste entwickelt haben. Ziel des „Vogelschießens“ war
es, die Bevölkerung in den Dörfern im Umgang mit der Waffe zu schulen, um
sich in Not- und Kriegszeiten selber gegen umherziehende Truppen wehren zu
können. Die vom Landesherrn aus Osnabrück gestellten Soldaten- und
Söldnertruppen reichten in den unruhigen Zeiten damals nicht aus, um das
Gebiet des Hochstifts Osnabrück ausreichend schützen zu können. Seit 1609
waren zudem auch die einfachen Heuerleute zum Dienst an der Waffe
verpflichtet. Dabei diente das Vogelschießen schon damals nicht nur seinem
eigentlich Zweck, nämlich dem Umgang von ungeübten Bürgern mit der Waffe zu
lernen,
sondern bot der Bevölkerung in der kargen Zeit
auch etwas Kurzweil und Geselligkeit. Das von der Obrigkeit vorgeschriebene
Vogelschießen fand damals auch in Ankum einmal im Jahr statt. Auf dem
Gelände nahe der Kirche wurde ein Holzadler (der „Vogel“) in einen Baum
gehängt, der aus luftiger Höhe abgeschossen werden mußte. Dieses frühzeitige
„Schützenfest“ fand auf dem heutigen historischen Vogelberg statt, der
diesem Umstand auch seinen Namen verdankt. Am 29. Mai 1657 erließ der
damalige Landesherr, Fürstbischof Franz Wihelm von Osnabrück, eine
Verordnung, die dass Vogelschießen aus alten, vormaligen Zeiten, neu regeln
sollte. Die ältesten Überlieferungen eines Vogelschießens in Ankum stammen
aus dem Jahre 1582. Der bekannte Ankumer Heimatforscher Wilhelm Hardebeck
verweist in einem Bericht darauf, dass in Zeiten des Vogelschießens
derjenige Schütze, der den Vogel heruntergeschossen hatte, eine goldene
Kette mit einem silbernen Vogel zu seinen Ehren umgehängt wurde. Unter dem
Schwanz des Silbervogels waren in lateinischer Schrift folgen Worte
eingraviert: „Vogel, ich wünsche, du mögest als Bild des Triumphes mir
gelten! Schütze, siege im Kampf, König wirst du dann sein Anno 1582.“ Die
Vogelschießordnung von 1657, mit der Verpflichtung, jedes Jahr zwischen
Ostern und dem Jakobitag (25. Juli) ein Vogelschießen abzuhalten, wurde von
der Obrigkeit im Jahre 1680 außer Kraft gesetzt. Nach und nach verfiel das
Schützenwesen im Osnabrücker Land daher in eine Art „Dornröschenschlaf“ und
geriet mehr oder minder in Vergessenheit. Erst zu Anfang des 19.
Jahrhunderts besann man sich auf die alte Tradition, so dass auch in unserer
Region statt dem vormaligen, zwanghaften Vogelschießen nunmehr freiwillige
und auf Geselligkeit gemünzte Schützenfeste abgehalten wurden. Um das Fest
und das Schützenwesen zu organisieren, wurden offizielle Schützenvereine
gegründet, so u.a. auch in Ankum. Dort gilt bis heute das Jahr 1829 als das
„offizielle“ Gründungsjahr des Schützenvereins, der somit 2004 sein
175-jähriges Vereinsjubiläum feiern kann.